Brauchen oder Wollen?

Hast Du dir schon mal über den Unterschied zwischen etwas brauchen und etwas wollen Gedanken gemacht?

November letzten Jahres haben wir ein neues Familienmitglied in unserer Familie willkommen: Ray. Ray ist ein katalanischer Hütehund. Ein süßes, freches Kerlchen, der seither unser Familienleben mit bedingungsloser Liebe, Loyalität, Fröhlichkeit und seinen kleinen Dickkopf bereichert.

Ich bin selbst mit Hunden aufgewachsen. Soweit ich denken kann sind Hunde Bestandteil meiner Kindheitserinnerungen. Sie waren meine Freunde. Immer da, egal was war. Sie haben mich immer für das was ich war, wer ich war angenommen. Bedingungslos.

Seit vielen Jahren habe ich den tiefen Wunsch in mir verspürt wieder einen Hund in meinem Leben, in unserer Familie willkommen zu heißen. Aber ich habe mir diesen Wunsch nicht genehmigt. Ich dachte immer „keine Zeit dafür“, „nimmt mir zu viel Fokus von meiner Karriere“, „dieser Wunsch ist eine Nebensache und nicht wichtig“, „andere Dinge haben Priorität, ich will ja schließlich weiterkommen“. Eine Zeit lang ging es „gut“, war ich doch mit meinen Aufgaben beschäftigt und teilweise gefangen. Aber der Wunsch nach der Erfahrung unser Familienleben mit einem Hund zu bereichern kam immer wieder durch. Da ich mir den Wunsch selbst nicht genehmigt habe – hatte ihn ja nicht als wichtig oder essentiell gekennzeichnet – begann ich diesen Wunsch nach außen zu tragen. „Ach, ich hätte so gerne einen Hund“. Mir war das zu der Zeit nicht bewusst, habe im Unterbewusstsein habe ich mir nach einer Erlaubnis von außen gesehnt. Die kam natürlich nicht. Im Nachhinein glücklicherweise nicht. Im Gegensatz, es kam immer und durchgängig ein: Veronica, das ist verrückt. Du brauchst keinen Hund! Du brauchst einen Hund genau so wenig wie einen Kropf! Viel zu viel Arbeit. Davon hast du nun genug. Viel zu viel Zeit – und das über viele, viele Jahre hinweg.

Das hat mich frustriert. Hat mir doch keiner den Hund gegönnt! Dieser wurde als unpassend und nicht geeignet beurteilt. Die Botschaft, die sich allmählich im Unterbewusstsein verankert hat, war: In deinem Leben haben deine Herzenswünsche keinen Platz. Sie passen nicht mit deiner Realität zusammen. Hör auf zu träumen und lebe in der Realität. Gut fühlte sich das nicht an, dennoch machte ich so weiter. Mal mehr an dem Hund denkend, mal weniger, Bis letztes Jahr November, indem ich schließlich die Entscheidung traf: „Ray kommt zu uns“. Es war eine „Herz über Kopf“-Entscheidung. Mit einigen Ängste verbunden: „was wird es mit meinem Alltag machen?“, „was passiert mit meinem neu gestarteten Business?“, „was für einen Impact wird das wohl haben?“ Vs. Ein tiefes Vertrauen in mir, dass alles möglich ist. Das ein Hund nicht ein Hindernis sein muss, sondern eine Bereicherung. Das vielleicht die Glaubenssätze, die ich mit mir rumgetragen haben über den Impact ein 4-beiniges Familienmitglied gar nicht „wahr“ sind. Dass dies ggfs eine Selbstgemachte Limitierung ist, die mich daran hindert bestimmte Erfahrungen zu machen. Das die Reise „den Menschen zu werden, den man sein möchte“ mit Arbeit verbunden ist. Das die Motivation dahinter wichtig ist. Das die eigene Haltung die Wahrnehmung von Arbeit extrem prägt und dementsprechend die Erfahrung erlebt wird. Denn was Du von Herzen tust, mit Leidenschaft empfindest Du kaum als Arbeit. Während Du gestresst bist, wenn zu viele Dinge tust, weil Du denkst, dass Du sie für irgendetwas/irgendjemand tun musst. Um passend zu sein, um gut genug zu sein.

Und, genau dort liegt der Unterschied zwischen etwas wollen und etwas brauchen. Hast Du dir schon mal über den Unterschied Gedanken gemacht?

Wenn Du etwas willst, dann willst Du es von Herzen. Du möchtest diese Erfahrung in deinem Leben. Du möchtest um eine Erfahrung reicher werden, Du willst es aus freiem Willen, aus deinem Inneren. Während wenn wir Dinge brauchen tun wir dies um uns komplett oder ganz zu fühlen. Um uns als „genug“ zu fühlen. So oft gefangen in der bekannten Wenn-Dann-Falle. Wenn ich dieses Projekt beende, dann bin ich sichtbar. Wenn ich diese Artikel schreibe, dann fühle ich mich nützlich. Wenn ich diese Schuhe kaufe, dann fühle ich mich attraktiv, usw. Kennst Du das auch? Aber was passiert meistens danach? Wir haben das Projekt, Artikel oder Schuhe, aber glücklicher, sichtbarer oder attraktiver sind wir dennoch im Nachgang nicht. Sondern sind bereits auf dem Sprung in die nächste Wenn-Dann-Falle zu tappen.

Wenn Du das nächste Mal den Wunsch oder die Notwendigkeit zu etwas oder jemandem fühlst, stopp kurz, gehe einen Schritt zurück und frage dich selbst: Will ich das oder brauche ich das zum Abdecken irgendeiner gefühlten Lücke? Benötige ich das um mich gut genug oder dazugehörend zu fühlen? Oder schrecke ich gar davon ab, weil meine Umgebung der Meinung ist, dass das nicht passend ist?

Und wenn du eine Lücke, Sehnsucht oder Hemmung deines Herzens verspürst, dann mache dich auf der Suche und gehe dem Glaubenssatz an die Wurzel. Damit Du in Zukunft mehr in deinem Leben willst und weniger davon brauchst.

Und wenn Du wissen möchtest, wie du dich von ich bin nicht gut genug Gefühlen und Glaubenssätzen nachhaltig befreist: Vereinbare einen Kennenlerntermin. Ich freue mich auf dich!

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