Möglichkeiten schaffen – Folge deiner Intuition

Wenn das, was ich mache „Erfolg“ ist, warum zum Henker fühle ich mich gar nicht so?

Die Spätfrühlings-Sonne im Juni 2010 schien bereits kräftig. Es war früh am morgen. Ich hatte es eilig. Mein Arbeitstag startete gleich und ich musste Derya zur Kinderkrippe bringen. 

Derya war eineinhalb Jahre alt und lief an meiner Hand. Sie wollte nicht so recht, denn sie ahnte bereits was ihr bevorstand. Ich spürte den Druck ihrer kleinen Hand in meiner, wie sie sich ganz fest an mir festhielt. 

Ich fühlte so vieles auf einmal: Unruhe, die Aufregung vor der Arbeit, die ich kürzlich angefangen hatte. Und gleichzeitig fühlte ich mich auch traurig und schuldig. 

Mein Herz war schwer. 

Ich fühlte mich, wie ein Verräter.

Wir liefen zur Krippe, Derya mit ihren kleinen Rucksack. Ich mit meiner Arbeitstasche.

Als es Zeit war verabschiedete ich mich. „Reiss dich zusammen, Veronica“. Dachte ich mir. 

Als ich mich umdrehte fing Derya das weinen an. 

„Nicht nochmal hinsehen, Veronica!“ sagte ich mir – und ging. Und als ich zur Tür rausging spürte ich, wie die Tränen aus meinen Augen zu fliessen begannen.

„Veronica, stell dich nicht so an!“ „Wenn Du unabhängig, erfolgreich und frei sein willst, dann musst du da durch“. „Du weisst, Erfolg kommt nicht ohne Opfer“.

Ich lief schnell, als ob ich meinen Gedanken und Gefühlen davon laufen wollte. Und doch weinte ich. Ich weinte den ganzen Weg bis zur Arbeit in.

Denn die Frage, die immer wieder hochkam war dieselbe. Und ich wusste nicht so recht, ob ich sie hören wollte.

„Bezahlt mein Kind gerade für meinen Erfolg?“ 

„Und wenn das, was ich mache erfolgreich ist, warum zum Henker fühle ich mich gar nicht so?“

Ich hatte nicht nur Derya verraten. Ich hatte mich selbst verraten. 

Jahr für Jahr hatte ich diese Stimme, diese Sehnsucht nach was anderem (dass ich noch nichtmal erklären konnte) in tausenden von Gründen vergraben. 

„Du bist doch erfolgreich. Hast einen super Lohn, bist angesehen und wirst geschätzt. Was willst Du denn mehr? Hör endlich auf zu träumen!“.

Aber diesmal lies ich die Frage zu, denn es ging nicht mehr nur um mich. 

Es ging um den Menschen, den ich am allermeisten liebte: meine kleine Tochter. 

Ich konnte es ertragen mich selbst zu verraten. Aber Derya zu verraten? Niemals! 

Mein grösster Wunsch war das beste Vorbild zu sein, dass ich für Derya sein konnte. Was auch immer das bedeuten würde. Ich war bereit alles zu tun.

„Warum fühle ich mich gar nicht erfolgreich, wenn technisch gesehen ich es bin? Wofür gebe ich mein Kind jeden Tag ab und lass es von anderen grossziehen? Wofür?“

Und durch den Raum, den ich dieser Sehnsucht gab begann etwas in mir zu arbeiten. 

Es weckte die Neugier. 

Es weckte mich auf. 

Und plötzlich war alles nicht mehr so schlimm. Plötzlich fühlte ich mich nicht mehr wie ein Verräter. Ich lauschte der Stimme und sie flüsterte mir Ideen, Kraft und Zuversicht zu.

Ich sah Möglichkeiten, die ich zuvor nicht gesehen habe, wie ich zu einer besseren Version meiner selbst werden konnte. Für Derya. Für mich.

Keine 2 Jahre später bekam ich die komplette Ausbildung zum Organisations- und Transformations-Coach von meinem Arbeitgeber finanziert. Und kaum hatte ich die Ausbildung abgeschlossen kreierte das Unternehmen eine neue Stelle als Transformations-Begleiter, die ich übernahm.

Diese Erfahrung hat mich bis heute grundlegend verändert.

Heute ist meine innere Stimme mein Kompass.

Heute bin ich das Vorbild für meine Kinder, dass ich sein wollte. Und arbeite jeden Tag weiter daran. 

Heute helfe ich Unternehmer und Leaders ihren Möglichkeiten-Horizont zu erweitern, indem ich ihnen zeige, wie sie Logik und Intellekt mit Intuition und Kreativität verbinden.

Denn auch andere sollen erfahren dürfen, dass:

  • Sie ihrer inneren Stimme vertrauen können
  • Große Träume der Beginn von Möglichkeiten sind
  • Sie wundervoll sind, so wie sie sind und alles in sich tragen, um das Leben erfüllt und glücklich zu navigieren – wenn sie bereit sind den ersten Schritt zu gehen.
Deine Veronica
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