Erwartest Du noch oder gestaltest Du schon?

Erwartest Du noch oder gestaltest Du schon?

„Ich habe mich so angestrengt. All diese Verantwortung übernommen, all die neuen Abläufe gelernt. Aber die Gehaltserhöhung kam nicht. Dabei stand mir diese Gehaltserhöhung zu. Ich habe sie mir verdient! Als sie nicht kam, bin ich gegangen. Schmollend, verletzt und beleidigt habe ich das Unternehmen verlassen. Dann halt eben ohne mich!“ Das erzählte mir Jan* im Gespräch. 

 

Kennst Du das auch?

Ich habe alle Aufgaben erledigt. Ich habe mir den xxx aufgerissen. Tag und Nacht hart gearbeitet. Ich habe mir diese Beförderung verdient! 

 

Oder:

Ich habe so viel an mir selbst gearbeitet! Ich weiss nun wie viel ich Wert bin. Der Traumpartner steht mir zu. Ich habe mir den Traumpartner verdient! 

Oder: 

Du bist so ein guter Mensch, Du verdienst es verwöhnt zu werden. Du verdienst einen besseren Umgang. Du verdienst bessere Freunde. Du verdienst … fill in the blank…

 

Aber was wäre wenn wir nichts verdienen? Was wäre wenn uns nichts zusteht?

 

Richtig gehört. Du verdienst nichts. Es steht dir nichts zu. Mir übrigens auch nicht.

*schluck*

Ja, lies es gerne nochmal durch.

Wir verdienen nichts. Es steht uns nichts zu.

 

Diesen wunderbaren Impuls und Inspiration habe ich von Varian Brandon erhalten. Großen Dank an dieser Stelle nochmal an diese wundervolle Frau. 🙂

 

Wir verdienen nichts. Es steht uns nichts zu. Denn so funktioniert das Leben nicht.

 

Das Leben ist kein Handel. Ich mache dies damit ich genau das bekomme. Und zwar so wie wir es uns wünschen. 

Und wenn wir es nicht bekommen reagieren wir betrübt, stampfen mit den Füßen, verschränken die Arme und denken uns: Aber ich will das!! Ich habe alles gemacht! Gib es mir jetzt! Unfair!! Ich will es! Schmoll. Beleidigt. Aufgeben. Missmut. Grübel. Dann eben ohne mich! 

Jeder von uns reagiert auf solche Situationen unterschiedlich, aber eines ist gleich: Gut geht es uns dabei nicht. Wir sind enttäuscht. Warum geht die Gleichung nicht auf? Warum bekommen wir nicht was uns zusteht und was wir verdienen? Wir haben doch alles manifestiert, gemacht und getan! 

Wir grübeln und versuchen es erneut, denn womöglich haben wir uns nicht genug angestrengt. Falls wir nicht gleich aufgeben, weil wir denken: Was ist denn nur falsch mit mir? Ich bin nicht gut genug. Es steht mir zu. Das ist nichts für mich…

Und ohne dass wir es bemerken, sind wir wieder mal in der “Wenn-Dann” Spirale (oder hedonistische Tretmühle) gefangen. Gefangen in der Logik, zu denken, dass wir bei einer bestimmten Handlung auch ein entsprechendes Ergebnis bekommen. Dieses Denken gleicht einem Handel. Aber so ist es nicht. 

Wir verdienen nichts. Es steht uns nichts zu.

Aber wir können durchaus, das, was wir uns tief im Herzen wünschen und wollen, gestalten

Und zwar genau in dieser Reihenfolge, zuerst kommt der Wunsch und darauf folgt das Verlangen.

Aufgrund dieser Basis beginnt unsere Gestaltung. Das ist ein Gestaltungsprozess. Ein Gestaltungsprozess indem wir dem Endergebnis keine konkrete Form geben, denn es ist der Wunsch, der uns treibt. Es ist ein kreativer Prozess, kein Handel.

Worin liegt der Unterschied?

Wir erwarten keine Gegenleistung für unser Tun. Wir sind Gestalter. Wir machen uns auf unsere Träume zu gestalten. Beginnend bei uns selbst. Das Resultat ist nicht die Belohnung, die von außen kommt. Sondern vielmehr der Weg dorthin. Wir gestalten und machen unser Glück nicht abhängig von außen. Denn wir gestalten unseren Traum selbst. Wir lernen, wir entwickeln und wachsen auf dem Weg. Das gibt uns das Gefühl selbst am Steuer zu sitzen. Ein Gefühl der Offenheit, der Zuversicht, der Orientierung und der Erfüllung. Unabhängig davon, wie das Endergebnis genau aussieht.

Wir erwarten nichts. Wir gestalten es. Und das macht uns frei.

Indem wir uns davon lösen wie das Endergebnis aussehen soll, geben wir uns und unserem Ziel die Möglichkeit zu wachsen. Denn das was wir jetzt wollen reflektiert unseren aktuellen Entwicklungsstand. Unser Wachstum ist gegeben indem wir an unserem Wunsch arbeiten. Wir lernen und wir entwickeln uns. Und mit uns unser Ziel. 

Stell dir vor, wir halten von Anfang an an einem bestimmten Ziel fest. Am Ziel angekommen stellen wir fest, dass es sich nicht wie erhofft anfühlt. Nicht wirklich passend. So schnell befinden wir uns wieder am Anfang und eine unendliche Schleife beginnt. Wir dürfen jedoch nicht vergessen, dass wir auf dem Weg gewachsen sind. Das Anfangsbild kann deshalb nicht mehr richtig übereinstimmen.

Das gilt für alles. Den Job, die Karriere, unsere Beziehungen und unser Umfeld. Wir verdienen nichts davon. Wir haben Wünsche und Träume und diese gestalten wir. 

Erwartest Du noch oder gestaltest Du schon?

Veronica Lillo-Roith

(*Name geändert)



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