Wie Du das Gepäck in deinem Rucksack in einen Ressourcen-Kit verwandelst

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Wir sind keine Beginner. Niemals. 

Aber, sind wir uns dessen bewusst?

Wie oft bist Du einen neuen job, eine neue Rolle, neue Beziehung, eine neue Herausforderung in deinen Leben angegangen? Vermutlich mehr als einmal. Tendenz in den letzten Jahren steigend – da das alte Model „Ausbildung-Arbeit-in Rente“ gehen ein Verfallsdatum hat (vielleicht sogar schon überschritten).

Und wie ging es dir dabei – ganz am Anfang beim neuen Job? Kennst Du auch das Gefühl von: „oh je! wie schaffe ich all das?“. „Jetzt muss ich mich wieder beweisen!“ (vielleicht zum x-ten mal neu beweisen). Und schwupps! schon sind wir wieder da und spüren bereits zu Beginn die Überwältigung, die Selbstzweifel. 

„Es wird ewig dauern bis ich mich da eingearbeitet habe!“ „Jetzt muss ich mich richtig anstrengen“. Und da ist sie wieder, die Erschöpfung. Und sie zieht an uns. Schwer und lästig. Sie lässt nicht mehr klar denken. Diese Schwere Erschöpfung bringt alte Muster wieder ins Leben: Hopp, hopp! Zeige es ihnen! Mach schneller. Leiste mehr. Damit jeder sehen kann, dass wir die neue Herausforderung „Job“ – oder was auch immer wir neu beginnen – (passiert oft beim Mutter/Vater werden auch) wirklich gewachsen sind. Es soll ja jeder sehen: wir haben es drauf. Und wir selbst natürlich auch 😉

Und voilà, da sind wir wieder – in denselben Mustern gefangen, wie vorher. Wir fühlen uns klein, unbedeutend,  zweifelnd an unseren Fähigkeiten gut genug zu sein. Denn wir sind ja schliesslich „Beginner“.

Aber sind wir das wirklich?

Was wäre wenn ich dir sage, dass keiner von uns Beginner ist? Niemals.

Da staunst Du. Und das ist gut so 🙂

Schau, wir sind aus mehreren Gründen keine Beginner.

Zum ersten, wir neigen dazu zu vergessen, was wir besonders gut in der Vergangenheit gemeistert haben. Und einiges davon kann uns dabei helfen die neue Herausforderung gelassener zu meistern. Und damit sage ich nicht, dass weil wir in der Vergangenheit gut einen Hammer bedient haben nun stets nur noch Nägel sehen.

Nein, Zukunft bedeutet ja schliesslich offen sein für anderes. Neugierig in die neue Situation hineinzugehen. Bewertungsfrei. 

Ich sage damit vielmehr, dass wir – auch wenn wir diesmal nicht direkt mit Nägel zu tun haben – uns bewusst sind, dass wir einen Hammer für alle Fälle dabei haben. Die Metapher ist nicht besonders poetisch, aber ich denke sie leuchtet dir ein 😉 

Und, dass wenn wir es geschafft haben mit den Hammer so super umzugehen, werden wir es mit was auch immer wir in Zukunft zu tun haben es auch schaffen. Allerdings nur wenn wir uns die Chance dazu geben uns selbst mehr Potential zutrauen und erlauben als nur „Hammer-Spezialisten“ zu sehen. Selbstzweifel helfen in der Regel dabei gar nicht.

Und zweitens – aus meiner Sicht der wichtigste Grund: wir fühlen uns nur als Beginner – und fühlen uns unsicher und denken „ich muss mich beweisen“, weil wir uns in diesen Fällen über den Erwartungshaltungen von außen orientieren. 

Ich erfülle die Erwartungshaltung von außen = ich habe mich bewiesen und werde für gut und ok gehalten. Ich habe endlich die Bestätigung, die ich von Außen suche. Hurra!

Und in dieser Suche nach Bestätigung verlieren wir so oft unseren Weg, unseren Mut, unser Vertrauen in uns selbst und unseren Fähigkeiten. Wir fühlen uns als Beginner. Klein. Verletzbar. 

Und glaube mir. Du bist nicht alleine. Die meisten Menschen spüren das. Nur zeigt es sich in unterschiedlichen Formen. Manche sind offensichtlich unsicher, andere suchen Orientierung durch Konsens, andere sind Taff und fordernd. 

Ich sehe in deinem Gesicht: du hast bereits Bilder im Kopf 🙂

Wir sind keine Beginner. Niemals. Denn wir bringen all das, was uns ausmacht ein. Jahrelange Lebens- und Arbeitserfahrung. Es gilt einfach dies zu erkennen und zu integrieren. Wie Ken Wilber es in der integralen Theorie nennt: „Trascend and include“. Darum geht es. 

Ich lade dich dazu ein nachzudenken. Denn das, was Du als Gepäck derzeit empfindest ist in Wahrheit dein persönliches Ressourcen-Kit. 

  1. Drehe den Spieß um und werde dir bewusst: Es geht nicht nur, um die „Anforderungen“ von Außen. Du hast auch Wünsche und Träume. Vielleicht eine Mission, eine Motivation, die dich dazu gebracht hat diese neue Herausforderung anzugehen. Was ist es denn?
  2. Und wenn Du das beantwortet hast. Wie kannst Du diese Motivation in der neuen Herausforderung zum Leben bringen?
  3. Was waren deine 3 größten Erfolge bisher? Und was hat sie zu Erfolge für dich gemacht?
  4. Welche Muster werden sichtbar? Und wie kannst Du diese für deine neue Herausforderung einsetzen?
Veronica Lillo-Roith 
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