Woran hältst Du fest?

Woran hältst Du dich fest

Die Natur verändert sich. Jeden Tag. Sie wächst mit den Veränderungen. Sie lebt. Erlauben wir uns selbst das auch?

Ich gehe jeden Tag mit Ray (unserem Hund) spazieren. Und dabei betrachte ich die Natur, die Landschaft, wie sie sich jeden Tag verändert. 

Letzte Woche hatten wir eine komplett verschneite Landschaft. Der Kamm mit der Scheune des Bauers lag verträumt da, in einer Schicht feinen Puderzuckers. Es war still. Fast, als würde alles um mich herum schlummern.

Ein Tag danach gingen die Temperaturen hoch. Und das Bild veränderte sich komplett. 

Der Kamm war grün und saftig. Die Scheune ragte hinaus, als würde sie sagen: hey, an die Arbeit! Die Vögel in den umliegenden Bäumen herum zwitscherten. Da war Leben. Bewegung. Neuanfang. Freude. Ein Hauch von Frühling kündigte sich an.

Und heute, heute ist der Kamm wieder komplett mit Schnee bedeckt. Kein Puderzucker mehr. Sondern eine dicke Schicht Sahne, die alles umschlossen hat. Der Winter ist wieder da.

Alles verändert sich. Jeden Tag. Es entwickelt sich. Es passt sich an. Es träumt. Es bereitet sich vor. Es lebt weiter. Es lernt an den Veränderungen. Es wächst.

Mir ging sogleich die Frage durch den Kopf: Erlauben wir uns diese permanente Veränderung, wie die Natur auch? 

Ich erlebe so oft, dass wir uns krampfhaft an einem Zustand, an einer Situation festhalten, als wäre diese die einzig wahre. Als würde der Kamm sich an einen immer bleibenden Frühling klammern. Und dabei, all den Sinn und Notwendigkeit des Winters negieren. Oder Umgekehrt. 

Viele Menschen bleiben lieber erstarrt, weil sie zu große Angst haben aufzublühen.

Wie oft hast Du Menschen um dich herum gehabt, die einen extrem starken Standpunkt vertreten (und sich damit oft brüsten). Sie klammern sich über dieJahre hinweg an diesem, als gäbe es keine andere Wahrheit. 

Es gibt auch prominente Beispiele. Dir fallen sicher gleich welche ein.

Was dann passiert ist, wir negieren dadurch die unterschiedlichen Facetten in uns. Wir halten an denselben Entwicklungsstand fest und halten jegliche Weiterentwicklung fern von uns. Und wir halten auch alles und jeden, der anders ist,  fern von uns. 

So, als wären wir „fertig“ und Meister. Keine Notwendigkeit mehr zu lernen und uns weiterzuentwickeln.

Aber ist das so? Können wir uns dies erlauben? Und was für einen Preis zahlen wir dafür?

Ein Leben in unserer Komfortzone und in unserer Kompetenzzone. Aber sicher nicht in unserer Genius-Zone. Ein Einfrieren in Mediokrität. Integritätsverlust. Fehlende Motivation. Lustlosigkeit. Schwierige Beziehungen. Einsamkeit. Vielleicht Krankheit?

Ich weiss, wer ich heute bin. Ich weiss, wer ich morgen sein will. Aber wer ich tatsächlich sein werde weiss ich nicht. Und es ist völlig ok so. 

Ich schreibe Dir heute über die Veränderung um uns herum und in uns – und was ich heute darüber denke. Nächste Woche, kann es sein, dass ich dir eine ganz andere Facette darüber schreibe. Denn ich lerne weiter,  ich entwickele mich täglich weiter. 

Ich stehe dazu, dass sich meine Narrative verändert. Dass sich mein Verständnis über mich selbst und die Welt verändert.

Würde ich mich an meine Erkenntnis von heute festklammern, dann würde ich jegliche Weiterentwicklung von mir fern halten. 

Und ich möchte mich weiterentwickeln. Ich möchte mich immer weiter zu der besten Version meiner selbst werden. Und das bedeutet mir mutig die Erlaubnis zu geben, all das zu sein, was ich bin.

Und wie sieht es bei Dir aus?

Wer bist Du heute? Hast Du dich schon mal dabei ertappt daran festzuhalten, wer Du heute glaubst zu sein?

Was für einen Preis zahlst Du dafür? (Wir zahlen immer einen Preis)

Was müsste passieren, damit Du loslässt und Du alle Facetten deiner selbst (er)lebst?

Scroll to Top